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Arbeitszeitforschung
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Arbeitszeitforschung

Grundlagen zur Arbeitszeit- und Schichtplangestaltung



Schicht- und Nachtarbeit sind wichtige Themen der Arbeitszeitforschung. Künftig wird der Forschungsgegenstand um das Thema flexible Arbeitszeiten und -orte erweitert werden müssen.


Von Thomas Fietz, Marlen Rahnfeld, Hanna Zieschang

Gesetzliche Fakten zur Arbeitszeit

Technische und gesellschaftliche Entwicklungen verändern die Arbeitswelt. Das betrifft auch die Arbeitszeit. Sie wird flexibler. Vielen Menschen bietet das eine Chance, Beruf und Privatleben besser miteinander zu vereinbaren. Dabei müssen mögliche Risiken durch Belastungen wie arbeitsbedingte erweiterte Erreichbarkeit, die Vermischung von Arbeit und Freizeit oder Schichtarbeit minimiert werden, damit eine gute Balance von Arbeit und Ruhepausen erreicht werden kann.

Bewährte Vorgaben liefert das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) [1]. Es dient der Sicherheit und der Gesundheit der Beschäftigten. Der Gesetzgeber bietet damit einen guten Rahmen für flexible Arbeitszeiten sowie Pausen und Ruhezeiten. Durch Tarifverträge können weitere Regelungen innerhalb des ArbZG (§ 7 ArbZG) vereinbart werden.


Auf europäischer Ebene gilt die Arbeitszeitrichtlinie [2] aus dem Jahr 2003 mit Mindestvorschriften für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeitszeitgestaltung. Das bedeutet, dass die nationalen Gesetze über die in der Richtlinie vorgegebenen Vorschriften zum Schutz der Beschäftigten hinausgehen dürfen. Beiden Rechtsvorschriften gemeinsam ist die Einhaltung von täglichen und wöchentlichen Mindestruhezeiten.


Aus wissenschaftlicher Sicht gilt für die Beschäftigten, dass eine tägliche Arbeitszeit von mehr als acht Stunden mit einem erhöhten Unfallrisiko einhergeht. Auch wer zum Beispiel mehr als 40 Stunden pro Woche an fünf Tagen arbeitet, muss mit einem Sicherheitsrisiko rechnen. Sowohl für die Länge der Arbeitszeit als auch für ein Abweichen bei der Lage der Arbeitszeit am Tag, gibt es deutliche Belege, dass das Unfallrisiko steigt. [3] 


Im Koalitionsvertrag der aktuellen Bundesregierung ist dokumentiert, dass die Gestaltung der Arbeitszeit den aktuellen Wünschen und Anforderungen beider Tarifpartner gerecht werden soll. In diesem Zusammenhang wird über eine Tariföffnungsklausel diskutiert, die Experimentierräume für mehr betriebliche Flexibilität und selbstbestimmte Arbeit ermöglichen soll. Da auch die sogenannte „Arbeit auf Abruf“ weiter zunimmt, sollen hier neue Grenzen festgelegt werden. 

In einer offiziellen Stellungnahme zur Überarbeitung der Arbeitszeitrichtlinie (Richtlinie 2003 / 88 / EG) vertritt die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) den Grundsatz: „Um die Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit zu gewährleisten, sind […] nach Auffassung der gesetzlichen Unfallversicherung eine tägliche Arbeitszeit von mehr als acht Stunden und Wochenarbeitszeiten von mehr als 40 Stunden im Sinne der Prävention nicht zu empfehlen“4 (siehe Abbildung 1).


Grafik: DGUV

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Arbeitsbedingte Erreichbarkeit

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In der arbeitsfreien Zeit beruflich erreichbar zu sein stellt eine bedeutsame Belastung dar, wenn sie nicht klar geregelt und eingeschränkt ist. Der Anteil derer, die das betrifft, ist aber nicht so groß, wie manche Beiträge vermuten lassen. Eine differenzierte Betrachtung ist daher wünschenswert.


Von Dr. Marlen Cosmar, Prof. Dr. Dirk Windemuth, Prof. Dr. Frauke Jahn

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