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Welche Herausforderungen bringt die Arbeitswelt 4.0?
Foto: DVR/Wolfgang BellwinkelDGUV

Verkehrssicherheit in Unternehmen und Bildungseinrichtungen

Auf dem Weg zu null Verkehrstoten


Die Zahl der Wegeunfälle ist 2017 angestiegen, bei gleichzeitiger Abnahme der Todesopfer. Bei Wegeunfällen überwiegen die Straßenverkehrsunfälle in der gesetzlichen Unfallversicherung. Der Präsident des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) und stellvertretende Hauptgeschäftsführer der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), Dr. Walter Eichendorf, und Christian Kellner, der Hauptgeschäftsführer des DVR, sprechen über erforderliche Strategien und Maßnahmen um die Zahl von null Verkehrstoten zu erreichen.

Herr Dr. Eichendorf, Herr Kellner, bei welchen Gefährdungen im Straßenverkehr besteht aus Ihrer Sicht heute der größte Handlungsbedarf?

KELLNER: Eine sehr große Gefährdung im Straßenverkehr geht in der heutigen Zeit von Ablenkungen jeglicher Art aus. Das betrifft nicht nur Menschen, die einen Pkw, Lkw oder ein Fahrrad fahren, sondern auch Menschen, die zu Fuß unterwegs sind. Die Nutzung von Informations- und Kommunikationssystemen, wie zum Beispiel Smartphones, ist aus dem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken. Für manche ist der Eingangston einer Textnachricht ein Signal, sofort den Inhalt lesen zu müssen, egal in welcher Situation sie sich gerade befinden. Aufklärung alleine scheint nicht auszureichen. Es müssen technische Lösungen gefunden und bereitgestellt werden, die eine Nutzung derartiger Geräte für Fahrende unmöglich macht.

EICHENDORF: Hier ist dringender Handlungsbedarf geboten. Unternehmen und Bildungseinrichtungen sollten dafür eintreten, dass ihre Beschäftigten eine klare Trennung von Fahren und der Beschäftigung mit anderen beruflichen Dingen vornehmen und vornehmen können. Es gibt bereits Unternehmen, die Telefonate während des Fahrens eines Dienst-Pkw untersagen. Hier muss unter präventiven Gesichtspunkten noch mehr dafür geworben werden, Regelungen in dieser Richtung einzuführen.

KELLNER: Das gilt auch für Lkws. Ablenkung ist bei tödlichen Lkw-Unfällen eine Hauptunfallursache. Mit Notebooks, Smartphones oder Kaffeemaschinen versuchen viele Fahrende der Eintönigkeit entgegenzuwirken. Oft mit fatalen Folgen.


Welche neuen Gefährdungen im Straßenverkehr werden aus Ihrer Sicht in den nächsten fünf Jahren auf uns zukommen?

KELLNER: Mit Zunahme von automatisierten Fahrfunktionen und einer fortschreitenden Ausstattung mit Fahrassistenzsystemen werden Fahrende tendenziell nachlässig und verlagern ihre Konzentration auf fahrfremde Tätigkeiten. Die Brisanz steckt in der Übernahmezeit, die Fahrende benötigen, Verkehrssituationen wieder vollständig zu erfassen, wenn sie sich auf technische Systeme verlassen und mit anderen Dingen beschäftigt haben. Die momentanen straßenverkehrsrechtlichen Regelungen berücksichtigen das noch nicht. Hier muss dringend nachgebessert werden, die Regelungen müssen noch eindeutiger formuliert werden, damit sie verstanden werden und Fahrende sicher mit neuer Technik umgehen können.

 

EICHENDORF: Dieser Umstand wird uns noch sehr lange begleiten, da vieles noch in der Entwicklung ist und wir es noch viele Jahre mit Mischverkehren zu tun haben werden. Der Unfall mit einem Roboterfahrzeug von Uber vor Kurzem hat gezeigt, dass hier noch Schwächen in den Systemen bestehen. Es bedarf einer intensiven Aufklärung über die Risiken. Fahrende dürfen sich noch nicht auf die Technik verlassen. Wer ein Fahrzeug mit hoher technischer Ausstattung nutzt, muss vorher intensiv in die Funktionsweisen einzelner Systeme eingewiesen werden. Da haben Unternehmen und Bildungseinrichtungen eine hohe Verantwortung. Sie müssen dafür sorgen, dass die Beschäftigten, die dienstlich ein Fahrzeug führen, intensiv in Funktionsweisen der verbauten Systeme eingewiesen sind.

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Nichtvisuelle Wirkungen von Licht

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Foto: lassedesign/fotolia.de
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Von Dr. Hanna Zieschang und Gerold Soestmeyer

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