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Behindertensport in der gesetzlichen Unfallversicherung

Es wächst zusammen, was zusammengehört

Bewusstsein bilden


In dem ersten Aktionsplan der gesetzlichen Unfallversicherung zur UN-BRK heißt es: „Die gesetzliche Unfallversicherung will mit ihrem Aktionsplan bewusstseinsbildend wirken und die Vielfalt unter den Menschen mit Behinderungen in angemessener Weise berücksichtigen.“ Ganz in diesem Sinne sind daher in den vergangenen Jahren zahlreiche zum Teil wegweisende Projekte entstanden. Persönliches Erleben, eigenes Mitmachen, das Erlebte verarbeiten und weitererzählen sind elementare Bestandteile aller Aktionen und Projekte. Von der Produktion des Kinofilms GOLD – DU KANNST MEHR ALS DU DENKST über die Paralympics Zeitung bis hin zu dem German Paralympic Media Award engagiert sich die gesetzliche Unfallversicherung mit zahlreichen öffentlichkeitswirksamen Aktionen für den Behindertensport.


In diesem Kontext hört man öfter den Einwand, dass die genannten Funktionen des Sports zwar zuträfen, der Leistungssport in diesem Zusammenhang aber keine Rolle spiele und nur für PR-Zwecke geeignet sei. Diese Sichtweise verkennt, dass der Leistungssport Vorbilder schafft und für öffentliche Aufmerksamkeit sorgt. Er trägt dazu bei, Menschen zu mobilisieren, die erst wieder einen Zugang zur körperlichen Bewegung finden und ihre eigene Fähigkeit wiedererlangen müssen, sich zu bewegen. Zusätzlich motiviert er die Menschen, die bereits vor Erlangung ihrer Behinderung sportlich tätig waren. Athletinnen und Athleten mit Behinderung transportieren die wichtige Botschaft, dass eine Behinderung nicht automatisch das Ende sportlicher Ambitionen sein muss – egal, ob im Breiten- oder im Leistungssport.


Sportlerinnen und Sportler wie Kirsten Bruhn, Martin Braxenthaler, Andrea Eskau, Hans-Peter Durst, Edina Müller, Heinrich Popow, Anna Schaffelhuber, Gerd Schönfelder, Annika Zeyen und viele andere leben ein Beispiel gebendes Engagement vor. Sie machen mit ihren beeindruckenden Lebensgeschichten anderen Menschen Mut. Sie vermitteln in ihrer Botschafterrolle für die Unfallversicherung nicht nur die besondere Qualität der Rehabilitation der Unfallversicherung, sondern motivieren die von einer Behinderung gerade Betroffenen nachhaltig, die Möglichkeiten des Sports zu nutzen.


Strukturen schaffen


Die Bewusstseinsbildung mithilfe des Leistungssport ist nur die Spitze des Eisbergs. Das Fundament bilden Strukturen, die vor allem auch den Reha- und Breitensport in den Fokus des Engagements der Unfallversicherung stellen. Enge Verbindungen zwischen Unfallversicherung und dem Deutschen Behindertensportverband (DBS) sowie dem Deutschen Rollstuhlsportverband (DRS) schaffen Strukturen, in denen Sportangebote für Menschen mit Behinderungen weiterwachsen können.


Inwiefern dies unmittelbar relevant für die Versicherten der gesetzlichen Unfallversicherung ist, zeigen zum Beispiel die gemeinsamen Aktivitäten mit dem DRS. Unter anderem ermöglicht die enge Zusammenarbeit, frischverletzten Versicherten schon im Zuge der klinischen Behandlung in der Sporttherapie unterschiedliche Angebote des DRS aufzuzeigen. Dies hat den Vorteil, dass die Versicherten nach ihrer Entlassung aus der Klinik direkt mit kooperierenden Vereinen in Kontakt gebracht oder an wohnortnahe Vereine weitervermittelt werden können. So entsteht ein lückenloser Übergang vom „Klinikbett in den Breitensportverein“. Neben den positiven Auswirkungen auf die Rehabilitation der Verletzten bietet dieses Vorgehen natürlich auch ein soziales Auffangnetz und die Möglichkeit zum direkten Austausch mit Menschen in einer ähnlichen Situation.

Ein weiterer wichtiger Aspekt in der Zusammenarbeit mit beiden Sportverbänden ist die Bewusstseinsbildung in Schulen. So bietet der DRS in Kooperation mit Unfallversicherungsträgern und regionalen Behörden für Schülerinnen und Schüler ab der fünften Klasse die Möglichkeit, Rollstuhlbasketball auszuprobieren: „Schulsport mal anders“.


Der Behindertensportverband (DBS) wiederum setzt die Lehrmaterialien breit ein, die von der Unfallkasse Berlin zum Film GOLD, zum Thema Sitzvolleyball und jetzt aktuell zum Thema Leichtathletik entwickelt wurden, und verteilt sie in seinen Strukturen. Aufgrund langjähriger Zusammenarbeit bei konkreten Projekten wie zum Beispiel der Paralympics Zeitung oder dem Film GOLD und seiner Verbreitung durch die Unfallkassen in den Schulen wurde daher mit dem DBS anlässlich der Paralympics in Rio 2016 eine auf mehrere Jahre angelegte Partnerschaft vereinbart. 

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Hohe Zufriedenheit mit BG Kliniken

| Bild: Einweiserumfrage
Grafik: Eigene Darstellung
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Wie zufrieden sind die Unfallversicherungsträger mit der Versorgung ihrer Versicherten in den BG Kliniken in Bad Reichenhall und Falkenstein?


Von Maike Weerts

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