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Individualprävention

Ein wichtiger Teil des Präventionsauftrags der gesetzlichen Unfallversicherung

Nähert man sich der Prävention über die Frage des zu schützenden Personenkreises, gelangt man zur Gegenüberstellung von General- und Individualprävention. Anders ausgedrückt lautet die Frage: Soll die Gesamtheit der Beschäftigten generell vor den gesundheitlichen Risiken am Arbeitsplatz geschützt werden oder ist es erforderlich, passgenaue Angebote für einzelne Betroffene, die bereits erste Symptome einer beruflich bedingten Erkrankung zeigen, zur Anwendung zu bringen? Stellt man hingegen die Frage, ob die Präventionsmaßnahmen bei den technischen und organisatorischen Arbeitsbedingungen oder vielmehr bei der Vermeidung gesundheitsriskanter Verhaltensweisen ansetzen sollen, ergibt sich die begriffliche Gegenüberstellung von Verhältnis- und Verhaltensprävention. Schließlich kann sich noch die Frage ergeben, wann und bei welchem Grad der individuellen Verwirklichung des arbeitsbedingten Gesundheitsrisikos die Prävention zur Verhütung von (weiteren) Gesundheitsschäden ansetzt. Die Beantwortung dieser Frage führt dann zur Differenzierung zwischen Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention.


Konkrete Präventionsmaßnahmen sind immer mehreren dieser Kategorien zuzuordnen. So ist die Umsetzung der Generalprävention zwar grundsätzlich der Primärprävention zuzuordnen. Sie ist aber nicht selten auch ein wichtiger Bestandteil von Handlungsprogrammen im Rahmen der Sekundär- und Tertiärprävention. Diese umfassen sowohl die Verhältnis- als auch die Verhaltensprävention. Individualpräventive Angebote setzen in der Praxis oft mit verhaltenspräventiven Inhalten auf der   Ebene der Sekundär- oder Tertiärprävention an.


Generalprävention versus Individualprävention – wo ist der Unterschied?

Die Generalprävention verfolgt den Ansatz, generelle Gesundheitsgefahren am Arbeitsplatz zu reduzieren. Es geht vorrangig um die Umsetzung der normierten Pflichten des Arbeitsschutzrechts durch Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber.


Gegenstand der Individualprävention sind im Gegensatz dazu Schutzmaßnahmen für Personen mit einem durch individuelle Umstände erhöhten einschlägigen Erkrankungsrisiko. Insbesondere umfasst sie individuelle Maßnahmen zum Schutz derjenigen, bei denen sich das gesundheitliche Risiko bereits (ansatzweise) verwirklicht hat und die schon erste Symptome einer beruflich bedingten Erkrankung zeigen. Im Rahmen der Individualprävention kommen Präventionsmaßnahmen in Betracht, die objektiv geeignet sind, den Versicherten eine Fortsetzung ihrer bisherigen Tätigkeit am Arbeitsplatz zu ermöglichen. Dazu gehören neben allen Möglichkeiten, die das Ausmaß der Einwirkung am Arbeitsplatz reduzieren, auch Maßnahmen, die zu einem besseren Verständnis der Krankheit und der ihr zugrunde liegenden Mechanismen sowie dem Umgang mit Gefährdungen führen. Außerdem kann der Maßnahmenkatalog auch medizinische Reha-Maßnahmen umfassen, die dem Ziel der Beseitigung der konkreten, individuellen Gefahr bei Ausübung der bisherigen oder einer vergleichbaren versicherten Tätigkeit dienen. 


Verhältnis- und Verhaltensprävention

Ob eine Maßnahme der Verhältnis- oder der Verhaltensprävention zuzuordnen ist, entscheidet sich danach, ob diese bei den technischen und organisatorischen betrieblichen Verhältnissen ansetzt oder ob sie auf eine Vermeidung gesundheitsriskanter Verhaltensweisen der Beschäftigten abzielt. Dabei gilt der allgemeine Grundsatz, dass zunächst die Verhältnisprävention und ihr nachfolgend die Verhaltensprävention umgesetzt werden sollen. Tragen die Maßnahmen der Verhaltens- oder Verhältnisprävention einem individuellen Schutzbedürfnis Rechnung, sind sie gleichzeitig der Kategorie der Individualprävention zuzurechnen.

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UV-Strahlung in der Freizeit

| Bild: Einweiserumfrage
Foto: NicoElNino/fotolia.com
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Die UV-Strahlung der Sonne kann Hautkrebs verursachen, wenn der Körper nicht geschützt wird. Deshalb sollten besonders Menschen, die beruflich viel im Freien arbeiten, auch privat ihre Haut vor UV-Strahlung schützen.


Von Dr. Marc Wittlich



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