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Behindertensport in der gesetzlichen Unfallversicherung
Sir Ludwig Guttmann 1976
mit dem paralympischen Athleten
Eric Russell Foto: Australian Paralympic
Committee, CC BY-SA 3.0,
https://commons.wikimedia.org/
w/index.php?curid=44262768

Behindertensport in der gesetzlichen Unfallversicherung

Es wächst zusammen, was zusammengehört


Die gesetzliche Unfallversicherung engagiert sich seit vielen Jahren im Sport für Menschen mit Behinderung und das aus gutem Grund: Eine ihrer zentralen Aufgaben ist es, Menschen nach einem Arbeitsunfall oder einer Berufskrankheit mit „allen geeigneten“ Mitteln zu rehabilitieren und sie wieder in das Berufsleben einzugliedern.


Von Gregor Doepke

„Sport ist für mich das Wichtigste im Leben. Ich laufe nicht, obwohl mir ein Bein fehlt. Ich laufe, weil mir ein Bein fehlt!“ 


So bringt Heinrich Popow, einer der erfolgreichsten deutschen paralympischen Sportler, seine Motivation prägnant auf den Punkt. Sicher ist diese Aussage sehr persönlich und scheint vermeintlich weit entfernt von den Ursprüngen des Sports der Menschen mit Behinderungen zu sein. Doch ist sie das wirklich?

Nach dem 2. Weltkrieg entwickelte der deutschstämmige Neurologe Sir Ludwig Guttmann bis heute gültige Methoden zur Behandlung von Querschnittgelähmten. Es gelang ihm, die Überlebenschancen der Menschen entscheidend zu verbessern, die durch Kriegsverletzungen schwerstbehindert waren. Gleichzeitig förderte er die sportliche Betätigung von Menschen mit Behinderungen. So legte er mit den von ihm initiierten Stoke Mandeville Games 1948 den Grundstein für die modernen paralympischen Spiele. 


Von da an bis zum Einstieg von Heinrich Popow in den Leistungssport im Jahr 2001 sollte erst noch ein halbes Jahrhundert vergehen – eine lange Zeit, in der sich der Sport der Menschen mit Behinderungen wesentlich entwickelt und auch verändert hat. Er ist vom Versehrtensport – so der früher gebräuchliche Begriff – zu einem Motor und zugleich Gradmesser gesellschaftlicher Entwicklung geworden und trägt dazu bei, dem Ziel der Inklusion von Menschen mit Behinderung stetig näherzukommen. Heinrich Popow bringt daher mit seinem Zitat die Bedeutung des Sports für Menschen mit Behinderung nachdrücklich auf den Punkt: Bewegung trägt entscheidend zur körperlichen und seelischen Gesundheit von Menschen mit Behinderung bei. 


Rehabilitation und Prävention


Und genau hier setzt auch die gesetzliche Unfallversicherung an. Eine ihrer zentralen Aufgaben ist es, Menschen nach einem Arbeitsunfall oder einer Berufskrankheit mit „allen geeigneten“ Mitteln zu rehabilitieren und sie wieder in das Berufsleben einzugliedern.


Sport bewegt die Menschen und spielt als Teil der Rehabilitation nach Unfallverletzungen unbestritten eine wichtige Rolle: Er fördert die Bewegungsfähigkeit und Mobilität der Betroffenen und unterstützt die berufliche Wiedereingliederung. Die positiven Effekte beschränken sich aber nicht allein auf die körperliche Mobilisierung, es geht auch darum, die psychische Gesundheit zu stärken und soziale Räume für die Betroffenen zu öffnen. Sport ermöglicht durch das gemeinsame Erleben gesellschaftliche Teilhabe und hilft, 

Berührungsängste abzubauen. Dies ist ein explizites Ziel des Aktionsplans zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK), den die gesetzliche Unfallversicherung 2011 verabschiedet hat.


Aber auch die präventiven Wirkungen des Sports für Menschen mit Behinderung sind für die Arbeit der gesetzlichen Unfallversicherung von Bedeutung – insbesondere um das Fortschreiten einer Behinderung oder Sekundärerkrankungen zu vermeiden. Sportliche Betätigung wirkt außerdem dem erhöhten Unfallrisiko entgegen, dem Menschen mit Behinderung aufgrund von Bewegungsmangel und geringer Bewegungserfahrung ausgesetzt sind. Darüber hinaus leisten sportliche Bewegungsangebote einen nicht zu unterschätzenden präventiven Beitrag zur Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz – auch für Menschen mit Behinderung.


Aus dieser substantiellen Bedeutung, die Sport und Bewegung für die Präventions- und Rehabilitationsarbeit haben, sind zahlreiche Aktivitäten entstanden, mit denen die gesetzliche Unfallversicherung und ihre Träger den Reha- und Behindertensport unterstützen. 

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Von Maike Weerts

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