Berufskrankheiten-Dokumentation 1978 bis 2010
Beruflich verursachte Krebserkrankungen
Krebserkrankungen haben in der öffentlichen Wahrnehmung eine ganz besondere Rolle. Jedes Jahr erkranken mehr als 420.000 Menschen an Krebs und über 200.000 Menschen sterben daran.
Auch in der gesetzlichen Unfallversicherung nimmt seit Jahren die Diskussion um beruflich verursachte Krebserkrankungen einen erheblichen Raum ein. Im Jahr 2010 starben 2.486 Versicherte infolge einer Berufskrankheit, davon 1.385 an den Folgen einer beruflich verursachten Krebserkrankung. Dies entspricht einem Anteil von 55,7 Prozent.
Seit 1975 führen die gewerblichen Berufsgenossenschaften aus eigener Initiative heraus die Berufskrankheiten-Dokumentation (BK-DOK), in der jede Anzeige auf Verdacht einer Berufskrankheit erfasst wird, unabhängig von welcher Stelle diese Meldung erstattet wird. In der BK-DOK wird auch die weitere Entwicklung des Falles festgehalten. Ab dem Berichtsjahr 1978 sind diese Daten mit einer ausreichenden Qualität vorhanden. Neben der Darstellung des versicherungsrechtlich relevanten Verlaufs eines jeden Falles enthält die BK-DOK auch Angaben zu den Tätigkeiten und Einwirkungen hinsichtlich der jeweiligen Berufskrankheit und zur medizinischen Manifestation der Erkrankung.
Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) wertet diese Daten regelmäßig aus. Auch eine gezielte Darstellung der Krebserkrankungen ist so möglich. Die im Folgenden dargestellten Tabellen und Zahlen basieren auf einer Auswahl der statistischen Auswertungen der BK-DOK.
Hauptergebnisse
Im Berichtszeitraum 1978 bis 2010 wurden insgesamt 452.804 Fälle von den gewerblichen Berufsgenossenschaften als Berufskrankheit (BK) anerkannt, das heißt, sie wurden entweder als neue BK-Rente oder – wenn die Minderung der Erwerbsfähigkeit geringer als 20 Prozent war – als Versicherungsfall ohne Rentenanspruch anerkannt. 40.555 dieser Fälle waren beruflich verursachte Krebserkrankungen; mithin handelt es sich um neun Prozent aller anerkannten Berufskrankheiten in diesem Zeitraum.
Verteilung der Krebserkrankungen nach der Berufskrankheit
Sowohl Erweiterungen der Liste der Berufskrankheiten als auch der durch die deutsche Wiedervereinigung bedingte Anstieg der Versichertenzahl und damit auch der Erkrankungsmeldungen haben die Anzahl der beruflich verursachten Krebserkrankungen hierzulande beeinflusst.
Die Liste der Berufskrankheiten wurde zuletzt mit Wirkung vom 1. Juli 2009 durch die Zweite Verordnung zur Änderung der Berufskrankheiten- Verordnung (BKV) vom 11. Juni 2009 an neue Erkenntnisse der medizinischen Wissenschaft angepasst und um fünf Berufskrankheiten von 68 auf 73 Einzel positionen (BK-Tatbestände) erweitert. Davon sind drei für das Krebsgeschehen von Bedeutung: die BK-Nrn. 1318, 4113, 4114. Somit finden sich bei 19 der 73 BK-Tatbestände, die in der Anlage 1 zur BKV als BK bezeichnet werden, Krebserkrankungen.
Den gesamten Text des Artikels sowie Grafiken, Tabellen und Fußnoten finden Sie in der aktuellen Printausgabe (4/2012) des DGUV Forums.
Autoren
Karin Praefke
Referentin im Referat Berufskrankheiten der DGUV
Dr. Martin Butz
Leiter des Referats Berufskrankheiten – Statistik der DGUV
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