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Psychische und soziale Belastungen

Prävention für pflegende Angehörige

Mit einem bislang einzigartigen Präventionskonzept unterstützt die Unfallkasse Nordrhein-Westfalen pflegende Angehörige insbesondere im Bereich psychosozialer Belastungen. Hierzu werden kontinuierlich Maßnahmen entwickelt und weiter ausgebaut.
Pflege kann krank machen: Laut der DAKStudie „Pflege-Report 2015. So pflegt Deutschland“ kann ein Fünftel der pflegenden Angehörigen in Deutschland als depressiv erkrankt betrachtet werden. Auch Angst und/oder Schlafstörungen kommen gehäuft vor. Insgesamt hat die Hälfte aller Pflegepersonen psychische Probleme. Dieses Ergebnis zeigt, wie hoch der psychische Druck bei pflegenden Angehörigen ist.

Dies ist für die Unfallkasse Nordr- hein-Westfalen (UK NRW) keine neue Erkenntnis. Seit über 20 Jahren stehen "pflegende Angehörige" (im SGB VII "nicht erwerbsmäßig Pflegende" genannt) bei ihr beziehungsweise bei ihren Vorgängerorganisationen im Fokus. In dieser Zeit konnte ein umfassendes und bislang einzigartiges Präventionskonzept für diese Versichertengruppe entwickelt werden. Zunächst standen auch hier klassische Arbeitsschutzthemen wie Rückenprävention‚ Infektionsschutz oder Stolper- und Sturzunfälle im Vordergrund. Schnell wurde jedoch deutlich, dass psychosoziale Aspekte für pflegende Angehörige die Hauptbelastung darstellen. Dies ist inzwischen vielfach wissenschaftlich belegt. Daher sind Präventionsmaßnahmen für psychische und soziale Belastungsfaktoren ein Schwerpunkt der Arbeit der UK NRW für pflegende Angehörige. Hierzu werden stetig Maßnahmen weiterentwickelt und ausgebaut.

Seminare zum Gesundheitsschutz pflegender Angehöriger
Die UK NRW schult seit Jahren Multiplikatorinnen und Mulitplikatoren aus verschiedenen Feldern (zum Beispiel ambulante und stationäre Pflege, Pflegeberatung) im Hinblick auf die Gesunderhaltung pflegender Angehöriger. Hierbei handelt es sich um das derzeit bundesweit umfassendste Seminarangebot für diese Zielgruppe zum Gesundheitsschutz nicht erwerbsmäßig Pflegender. Folgende Themenschwerpunkte sind in jüngster Zeit modifiziert in die Seminarreihe „Beim Pflegen gesund bleiben“ aufgenommen worden:

  • Aufbau von individuellen Netzwerken
  • Achtsamkeitstraining
  • Ausgleichsübungen zur Gesunderhaltung des Körpers und der Psyche


Organisation der häuslichen Pflege
Die Pflege und Betreuung von hilfebedürftigen Menschen stellen hohe Anforderungen an pflegende Angehörige. Vielfach entsteht eine solche private Pflegesituation plötzlich und ohne jegliche Vorbereitung. Ehe man sich versieht, steht man voll und ganz in der Verantwortung. Dies kann zu starken körperlichen und psychischen Belastungen bei pflegenden Angehörigen führen. Deshalb ist es wichtig, von Anfang an den potenziellen Belastungen bei der Pflege und Betreuung eines Menschen entgegenzuwirken. Eine gute Organisation und Planung der Pflege – wenn möglich mit Unterstützung professioneller Pflegeberaterinnen und Pflegeberater – ist hierzu ein erster Schritt. Darüber hinaus ist es für pflegende Angehörige wichtig, sich ein gutes Hilfsnetzwerk aufzubauen.

In der Broschüre „Handlungshilfen für pflegende Angehörige – Strategien zur Organisation der häuslichen Pflege und der Selbstsorge“ gibt die UK NRW pflegenden Angehörigen einen Fragenkatalog für eigene Überlegungen im Vorfeld der Pflege an die Hand. Strukturierte Tagespläne erleichtern das Planen der Pflegetätigkeit und der häuslichen Versorgung. Sie regen dazu an, Selbstsorgeaktivitäten in den Tagesverlauf einzuplanen und diese dann auch durchzuführen. So kann einer Überbelastung aktiv entgegengewirkt werden.

Zudem zeigt die Broschüre auf, wie individuelle Netzwerke für den Pflegealltag, aber auch für akute (Überlastungs-)Situationen aufgebaut werden können. Dies ist wichtig, damit pflegende Angehörige bei ihrer schweren und verantwortungsvollen Aufgabe nicht alleine bleiben, sondern Unterstützung erhalten und sogar einen Teil der Verantwortung abgeben können. « zurück [1] [2] weiter » « zurück zur Übersicht

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| Bild: Trend und Gegentrend – in seinem Vortrag beschäftigte sich Joachim Breuer, Hauptgeschäftsführer der DGUV, mit dem „Tipping Point“ im Feld der sozialen Sicherheit.

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Verstehen wir wirklich, wie sich die Arbeit verändert? Wie geht es weiter mit dem System der sozialen Sicherheit angesichts tief greifender Veränderungen weltweit? Kann eine Konferenz zu einem besseren Verständnis dieser Veränderungen beitragen und Lösungswege aufzeigen?Mehr lesen

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