oben

Gemeinsam für gesunde Betriebe
Foto: Titelbild Broschüre

Kooperationen der Sozialversicherungszweige

Zusammenarbeit in der Prävention und Gesundheitsförderung


Gesetzliche Unfall-, Kranken- und Rentenversicherung sowie die soziale Pflegeversicherung sind durch das Präventionsgesetz verpflichtet, miteinander zu kooperieren und Leistungen der Prävention und Gesundheitsförderung in Lebenswelten und Betrieben stärker aufeinander abzustimmen. Aufgrund der zunehmenden Bedeutung der gesundheitlichen Vorsorge im Leistungs-katalog aller Sozial-versicherungszweige ist ein koordiniertes Vorgehen nur konsequent.


Von

Angela Knoll und Ulrike Schmidt

Gesetzliche Grundlagen im Wandel


Während die Zusammenarbeit der Sozialversicherungszweige im Bereich der Rehabilitation auf eine lange Tradition zurückblicken kann, ist sie in der Prävention mit gut 20 Jahren eine relativ neue Entwicklung. Das hängt auch mit unterschiedlichen gesetzlichen Präventionsaufträgen zusammen. Die Zusammenarbeit mit der Unfallversicherung bei der Verhütung arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren wurde erstmals 1989 für die Krankenkassen im § 20 SGB V aufgegriffen und ist seit 1996 mit der Erweiterung des Präventionsauftrages auch für die Unfallversicherungsträger im § 14 SGB VII verankert.

Damit hatten gesetzliche Unfall- und Krankenversicherung einen gegenseitigen Kooperationsauftrag im betrieblichen Setting. Seit 1996 vollzogen sich mehrere
Änderungen der gesetzlichen Grundlagen für die Krankenkassen. War die Betriebliche Gesundheitsförderung zunächst eine als freiwillig zu erbringende Leistung, wurde sie ab 2007 Pflichtleistung für die Krankenkassen, bei der sie auch mit den Unfallversicherungsträgern zusammenarbeiten (§ 20b SGB V). 2007 wurde erstmals ein jährliches Ausgaben-Soll für Leistungen der Krankenkassen für die Prävention und Gesundheitsförderung festgelegt, das 2015 mit dem Präventionsgesetz in fest-gesetzte Pflicht-Ausgaben für die Individualprävention, Betriebliche Gesundheitsförderung und Prävention und Gesundheitsförderung in Lebenswelten mündete (siehe Abbildung 1).

 

Seit 2001 werden für die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen zur Prävention und Gesundheitsförderung gemeinsame und einheitliche Kriterien und Handlungsfelder in einem Leitfaden Prävention festgelegt1. Dafür wurde eine Beratende Kommission eingerichtet. Die DGUV war von Anfang an beteiligt und konnte so die Sichtweise der Unfallversicherung einbringen. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft, Gesundheitspolitik und Organisationen im Gesundheitswesen werden die Krankenkassen bei der Umsetzung und Weiterentwicklung der §§ 20 ff. SGB V unterstützt. Über die Arbeit in der Beratenden Kommission ist es auch gelungen, ein grundsätzliches Verständnis von Prävention und den unterschiedlichen Facetten abzustimmen. Heute umfasst der Leistungskatalog der Krankenkassen in Lebenswelten und Betrieben vor allem verhältnisorientierte Maßnahmen der Prävention und Gesundheitsförderung. Dazu gehören unter anderem die Unterstützung beim Aufbau gesundheitsför­derlicher Strukturen, die Beratung zur Gestaltung gesundheitsförderlicher Lern- und Arbeitsbedingungen, die Moderation von Arbeitsgruppen und Gesundheitszirkeln, die Durchführung von Analysen sowie die Qualifizierung von Multiplikatoren, Führungskräften, Lehrenden und Erziehenden. Aber auch verhaltensorientierte Maßnahmen in den Bereichen Ernährung, Bewegung, Stressbewältigung, Entspannung, Suchtverhalten und die Organisation und Betreuung von Netzwerken gehören zum Leistungsspektrum der Krankenkassen. 

« zurück [1] [2] [3] [4] weiter » « zurück zur Übersicht

Autofahren 4.0

| Bild: Inklusion & Normung
Foto: RioPatuca Images/fotolia.de
|

Wie viel Zeit benötigt eine fahrende Person, um die Kontrolle des Fahrzeugs von der Automatik zu übernehmen? In einem Kooperationsprojekt hat das IAG gemeinsam mit der TU Dresden eine Übernahmezeit von circa vier Sekunden ermittelt. Die Übernahmezeit hängt von der Komplexität des Verkehrsgeschehens und der Nebenaufgabe der fahrenden Person ab. 


Von 

Christopher Frank

Mehr lesen

Leserservice

| Bild: |


Aboänderungen: Adresse, Ansprechpartner, Bezugsmenge, Probehefte

Mehr lesen

Autorenhinweise

| Bild: Autorenhinweise | Sie sind Fachautor und möchten Ihr Wissen im DGUV Forum einbringen? Dann werfen Sie einen Blick in unsere Autorenhinweise.

Mehr lesen