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Gemeinsam für gesunde Betriebe
Foto: Sergey/fotolia.com

Wandel der Arbeitswelt

Die Zukunft hat bereits begonnen


Nicht nur die Arbeitswelt steht vor revolutionären Umbrüchen. Inzwischen hat die Digitalisierung nahezu alle Lebensbereiche erfasst. Dennoch befindet sie sich erst in ihren Anfängen. Mit diesem Beitrag werden globale Herausforderungen, die auch die gesetzliche Unfallversicherung (UV) betreffen, beispielhaft skizziert und in den Kontext ihrer Erfahrungen mit früheren industriellen Revolutionen gesetzt.


Von

Dr. Heinz Schmid

Die (Arbeits-)Welt steht vor immer neuen und komplexer werdenden Herausforderungen – wirtschaftlich, gesellschaftlich, technologisch und politisch (Tabelle). Der weiter steigende Druck durch die Globalisierung des Wirtschaftslebens, der demografische Wandel mit einer tiefgreifenden Alterung von Gesellschaften, die zunehmende Digitalisierung in der Arbeitswelt, die Entstehung neuer Arbeitsformen, die Entwicklung selbstlernender Maschinen (künstlicher Intelligenz) einerseits sowie der Anstieg chronischer Krankheiten (zum Beispiel Muskel-Skelett-Erkrankungen) andererseits führen zu der Frage: Inwieweit sind die aktuellen Präventionsstrategien an ihre Grenzen gestoßen und was bedeuten diese einschneidenden Veränderungen für die Präventionsdienste der Unfallversicherung (UV)?


Kommunizierende Fabriken – selbstlernende Maschinen: eine neue Dimension


Das Thema Industrie 4.0 ist in der breiten Öffentlichkeit angekommen, wie die Hannover Messe 2016 gezeigt hat. Bereits 2014 wurde dort die Fabrik der Zukunft präsentiert. In ihr sind Produkte, Produktions- und Informationstechniken, die derzeit noch weitgehend unabhängig voneinander arbeiten, vernetzt und können miteinander kommunizieren. Roboter sind inzwischen aus ihrer Einhausung ,befreit‘ und arbeiten heute nicht nur in der Automo­bilindustrie mit Menschen Hand in Hand. Theoretisch können in absehbarer Zeit alle physischen Objekte miteinander kommunizieren – nicht nur am Arbeitsplatz, sondern auch im Privatbereich. Einer Studie der Bosch-Gruppe zufolge werden in wenigen Jahren etwa sechs Milliarden internetfähige Endgeräte zur Verfügung stehen, die miteinander verbunden, ein enormes Potenzial darstellen. Diese globale Vernetzung wird die Gesellschaften weltweit verändern (digitale Gesellschaften). Das Internet ermöglicht dann nicht nur eine aktive Beteiligung und kreative Gestaltung von Netzinhalten durch die Nutzergemeinde, wie das mit dem Begriff Web 2.0 zum Ausdruck gebracht wird. Auch die Interaktion und der Austausch mit intelligenten Objekten in der Umgebung wird kein Problem sein. Die reale (physikalische) Welt und die virtuelle (der Cyber-Space) werden zum sogenannten Cyber-Physical-System (CPS) verschmelzen.


Und als wäre das nicht genug an neuen Herausforderungen, wurde vor wenigen Monaten die Existenz der ersten selbstlernenden Maschinen belegt – und damit eine höhere Stufe künstlicher Intelligenz (KI). Das, was im ersten Moment wie ein Science-Fiction-Szenario klingt, in dem Mensch und Roboter wie selbstverständlich miteinander umgehen und auf Augenhöhe kommunizieren, könnte in absehbarer Zeit Wirklichkeit werden. Google DeepMind ist ein Unternehmen, das sich auf die Programmierung von KI spezialisiert hat, um selbstlernende Maschinen zu entwickeln. Dass das besser funktioniert und voranschreitet, als es selbst die optimistischsten Fachleute zu träumen wagten, zeigt das Computerprogramm AlphaGo. Es handelt sich dabei um einen selbstlernenden Computer, gegen den man Go spielen kann, ein strategisches Brettspiel aus Asien. Das Besondere daran: Bei der Programmierung von AlphaGo sind die lernenden neuronalen Netzwerke des menschlichen Gehirns die Blaupause gewesen. AlphaGo wurde anschließend mit riesigen Datenmengen in Form historischer Go-Partien gefüttert. Im nächsten Schritt hat der Computer monatelang gegen sich selbst gespielt, um anschließend den amtierenden Weltmeister und Go-Genie Lee Sedol „herauszufordern“. Einen Sieg hielten Fachleute für eher unwahrscheinlich. Doch im März 2016 war die Sensation perfekt. Die Künstliche Intelligenz schlug die menschliche in fünf Partien mit 4:1. Wie sich zeigte, hat der Computer Go-Strategien entwickelt, die es ihm ermöglichten, aus sich heraus Lösungen zu finden, auf die bisher kein Mensch gekommen ist. Dieser Turniersieg markiert einen Wendepunkt, der weit über das Spiel AlphaGo hinausragt und den man historisch nennen muss, weil er in eine weitere Dimension vorstößt.

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Autofahren 4.0

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Das Projekt Prävention 4.0 identifiziert Risiken aber auch Chancen, die das Arbeiten 4.0 mit sich bringt und leitet entsprechende Präventionsmaßnahmen ab. 2016 fand eine Befragung zur Bedeutung von „4.0“ in der betrieblichen Praxis statt. 


Von 

Dr. Klaus Große und Katrin Zittlau

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