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Dr. Joachim Breuer, Hauptgeschäftsführer der DGUV (Foto: DGUV/Stephan Floss Fotografie)
Dr. Joachim Breuer, DGUV
Foto: DGUV/Stephan Floss

Editorial

Suchtprävention in der Arbeitswelt

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

der Jahreswechsel ist die Zeit der Feiern und Feste. Feuchtfröhlich geht es dabei meist zu – warum auch nicht? Wie heißt es in einem alten Trinkspruch: „Ein Gläschen in Ehren kann niemand verwehren.“ Ein Problem wird daraus erst, wenn aus dem einen Gläschen immer mehr werden – und das jeden Tag. Alkohol ist neben Nikotin immer noch die Volksdroge Nummer eins der Deutschen. Weit verbreiteter als die Sucht nach illegalen Drogen oder Medikamenten. Der volkswirtschaftliche Schaden durch Alkoholmissbrauch und Rauchen wird auf mehr als 27 Milliarden Euro geschätzt - das ist fast ein Prozent des Bruttosozialprodukts.
Mit einem hohen Konsum von Alkohol oder anderen Drogen schädigen die Betroffenen aber nicht nur sich selbst. Sie gefährden unter Umständen auch andere. Die DGUV Vorschrift 1 ist deshalb an diesem Punkt ganz eindeutig: Beschäftigte, die unter dem Einfluss berauschender Substanzen stehen, dürfen nicht arbeiten. Dafür müssen auch die Vorgesetzten Sorge tragen. Aber wie erkennen sie, ob jemand unter dem Einfluss von. Alkohol oder Drogen steht? Gelingt es doch den meisten Betroffenen über lange Zeit, wenigstens noch am Arbeitsplatz ihren Pflichten nachzukommen.

Ein erster Schritt und ein klares Signal an alle Beschäftigten ist sicher die Festlegung eines Suchtmittelverbots durch die Geschäftsleitung. Im Rahmen einer mit der Mitarbeitervertretung getroffenen Betriebsvereinbarung können alle wesentlichen Aspekte geregelt werden. Sie hilft auch, im konkreten Fall das notwendige Gespräch mit den Betroffenen zu führen. Die Ursachen für Abhängigkeit sind vielschichtig, können aber auch im Unternehmen liegen. Gibt es Belastungen oder Situationen am Arbeitsplatz, die ein Suchtverhalten fördern? Diese Frage muss sich die Unternehmensleitung stellen, um schon im Vorfeld aktiv zu werden und Suchtprävention betreiben zu können.

Berufsgenossenschaften und Unfallkassen unterstützten ihre Mitgliedsbetriebe bei dieser Präventionsarbeit. Zum Beispiel mit einer Handlungshilfe zur Suchtprävention für kleine und mittelständische Betriebe, die gerade erstellt wird.


Mit den besten Grüßen
Ihr

Dr. Joachim Breuer,
Hauptgeschäftsführer der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung
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Foto: Benjamin Haas/fotolia.com
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